Können wir einen Algorithmus bauen, der Entwurf und Performance verbindet?
Intelligente Entwurfs- und Planungssysteme
Die Art und Weise, wie Gebäude geplant werden, befindet sich derzeit in einem grundlegenden Wandel. Wo Architektur und Gebäudetechnik früher in getrennten, linearen Prozessen arbeiteten, erst der Entwurf, dann die technische Prüfung, steigen heute die Anforderungen an Energieeffizienz, Komfort, Nachhaltigkeit und Betriebskomplexität stetig an. Dieser klassische Ablauf führt häufig zu spät erkannten Zielkonflikten, langen Iterationsschleifen und unnötigen Anpassungen. Mit der Digitalisierung und der zunehmenden Verbreitung von BIM wird zugleich sichtbar, dass dieser Planungsansatz den heutigen und zukünftigen Herausforderungen nicht mehr gerecht wird.
Wir sind überzeugt, dass eine neue Form des Zusammenarbeitens notwendig ist. Deshalb forschen wir an Methoden, die Entwurf, Simulation und technische Performance nahtlos miteinander verbinden. Unser Ziel ist es, Systeme zu entwickeln, die in Echtzeit sichtbar machen, wie architektonische Entscheidungen Energieverbrauch, Tageslicht, Komfort, Anlagentechnik oder den baulichen Kontext beeinflussen und wie technische Parameter wiederum Gestaltungsmöglichkeiten prägen. Damit entsteht ein integriertes Verständnis, das sowohl das kreative Potenzial als auch die technische Qualität eines Gebäudes stärkt.
Wenn Performance Teil des Entwurfs wird
Dieser Ansatz bedeutet einen klaren Paradigmenwechsel: weg von voneinander isolierten Tools und nachgelagerten Prüfprozessen, hin zu einer Planung, in der intelligente Algorithmen von Beginn an Orientierung geben. Statt ein Gebäude erst am Ende zu bewerten, wird seine Performance bereits im Moment des Entwerfens sichtbar. Varianten entstehen nicht zufällig, sondern aus einem bewussten Zusammenspiel von Standort, Klima, Nutzung, Architektur und Gebäudetechnik.
Wir sehen darin ein enormes Potenzial, nicht nur für komplexe Bauprojekte, sondern für die gesamte Branche. Wenn Entwurfsparameter, technische Anforderungen und Umweltdaten frühzeitig verknüpft werden, lassen sich Zielkonflikte früher erkennen, Synergien effizienter nutzen und Entscheidungen fundierter treffen. Der Planungsprozess wird transparenter, schneller und zugleich präziser.
Simulation als integraler Bestandteil des Entwurfs
Unsere Analyse zeigt, dass intelligente Optimierungs- und Simulationsmethoden den Planungsprozess nicht ersetzen, sondern erweitern. Sie schaffen einen Raum, in dem Kreativität durch unmittelbares Feedback gestützt wird, technische Qualität von Anfang an mitgedacht wird und die Entwicklung energieeffizienter, komfortabler und zukunftsfähiger Gebäude erleichtert wird.
So entsteht eine neue Denkweise: eine integrierte, datenbasierte und gleichzeitig gestalterisch offene Herange-hensweise, die Architektur und Technik nicht trennt, sondern miteinander verschmilzt.