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Aus­schreibung im BIM-Projekt

In BIM-Projekten beschreibt die Ausschreibung nicht nur die baulichen und technischen Leistungen, sondern auch den Umgang mit digitalen Modellen, Daten und Koordinationsprozessen. Ziel ist es, bereits vor der Vergabe verbindlich festzulegen, wie Unternehmer mit der BIM-Methodik arbeiten, welche Informationen bereitgestellt werden und welche Daten- und Modellanforderungen im Projektverlauf gelten.
Zwei Personen auf Baustelle
Digitale Anforderungen frühzeitig klären — damit BIM in der Praxis funktioniert.

BIM verändert nicht nur die Planung — sondern auch die Ausschreibung

Eine Ausschreibung im BIM-Projekt reicht über die gewerktechnische Leistungsbeschreibung hinaus. Ebenso wichtig ist es, die digitalen Anforderungen an die Unternehmer klar zu formulieren und verbindlich zu vereinbaren. Je nach Projekt bedeutet das: Unternehmer nutzen das Modell für Koordination, Montageplanung oder Mengenermittlung, pflegen Ausführungsdaten ein, liefern ein As-built-Modell zurück oder wandeln das zur Projektierung genutzte Informationsmodell (PIM) in ein Asset Information Modell (AIM) um, welches vom Facility Management für den Betrieb genutzt wird. Entscheidend ist, dass diese Erwartungen zu Beginn und nicht erst während der Ausführung interpretiert werden müssen.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf BIM2Field — der Übertragung digitaler Modellinformationen auf die Baustelle. Richtig beschrieben ermöglicht BIM2Field modellbasiertes Einmessen, Montageunterstützung mit Tablet, Laserscanning, Qualitätskontrollen und die strukturierte Rückführung von Baustelleninformationen ins Modell. Das beschleunigt Abläufe, reduziert Fehler und macht die Ausführung präziser.

Damit das funktioniert, müssen auch Datenformate, Austauschzeitpunkte, Modellstände und Verantwortlichkeiten klar definiert sein. Alle Beteiligten müssen wissen, in welcher Form sie Modelle erhalten, welche Informationen verbindlich sind und was von ihnen erwartet wird.
Der Mehrwert von BIM entsteht dort, wo Modelle, Daten, Prozesse und Verantwortlichkeiten gemeinsam verstanden und verbindlich gelebt werden.
Nicole Forster, Willers Bereichsleiterin HLK
willers mitarbeiterin hält eine präsentation an einem rednerpult

Was eine gute BIM-Ausschreibung leistet

Sind die digitalen Anforderungen verständlich, projektspezifisch und praxisnah formuliert, entsteht eine klare Grundlage für die digitale Zusammenarbeit in der Ausführung und darüber hinaus. Unternehmer erkennen früh, welche digitalen Grundlagen vorhanden sind, können die richtigen Kompetenzen einplanen und digitale Methoden gezielt zur Optimierung ihrer Ausführung einsetzen.

Für die Bauherrschaft schafft eine saubere BIM-Ausschreibung Vergleichbarkeit und Transparenz im Vergabeprozess — es wird sichtbar, ob und wie Unternehmer die digitale Zusammenarbeit umsetzen wollen. Gleichzeitig wird die Grundlage für Datenkontinuität gelegt: Modellinformationen, die bereits in der Ausschreibung definiert sind, können später für Abnahme, Betrieb und Facility Management weiterverwendet werden.

Werden diese Anforderungen nicht explizit beschrieben, entstehen Unsicherheiten: Welche Daten sind verbindlich? Wer aktualisiert welche Informationen? Welche Methoden für BIM2Field sind vorgesehen? Eine gute BIM-Ausschreibung verhindert genau diese Diskussionen — weil die digitalen Spielregeln bereits vor der Vergabe geklärt sind.

unser Workflow

Wir analysieren die projektspezifischen BIM-Ziele und leiten daraus die relevanten Anforderungen für Ausschreibung und Ausführung ab.

Wir beschreiben, welche BIM-Methoden in der Ausführung sinnvoll eingesetzt werden können, zum Beispiel für Koordination, Montageplanung, Einmessung oder Qualitätskontrolle.

Wir definieren, wie das bereitgestellte Modell in der Angebots- und Ausführungsphase verwendet werden soll und welche Informationen daraus genutzt werden können.

Wir formulieren praxisnahe Anforderungen an digitale Baustellenprozesse wie modellbasiertes Einmessen, Montageunterstützung, Tablet-Nutzung, Laserscanning oder Qualitätskontrolle.

Wir legen fest, welche Informationen im Projektverlauf ergänzt, aktualisiert oder für die Dokumentation zurückgegeben werden sollen.

Wir bestimmen Austauschformate, Übergabezeitpunkte, Modellstände, Kommunikationswege und Koordinationsprozesse.

Wir stellen sicher, dass digitale Arbeitsweisen, Datenanforderungen und Verantwortlichkeiten in der Ausschreibung verständlich und projektspezifisch beschrieben sind.

Wir kontrollieren, ob technische Leistungen, BIM-Anforderungen, Modellinformationen und Projektbeschreibung konsistent aufeinander abgestimmt sind.

Wir prüfen, ob die Unternehmer die vorgesehenen digitalen Prozesse verstanden haben und ob Rollen, Datenlieferungen und Modellnutzung vor der Beauftragung eindeutig vereinbart sind.

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Nicole Forster
Bereichsleiterin